19/02/2012

Public Health

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ULG Public Health Graz (http://www.medunigraz.at/ph) LogoPublic Health ist die Wissenschaft und die Praxis der Förderung der individuellen und gesellschaftlichen Gesundheit, der Verbesserung der Lebensqualität und der gesellschaftsorientierten Systemgestaltung im Gesundheitswesen. 

Diese Beschreibung verdeutlicht, dass Public Health eine multidiszipliäre und auch interdisziplinäre Wissenschaft ist. 

In unserem Sprachgebrauch werden sowohl Public Health als auch seine weniger häufig verwendete deutsche Übersetzung „Gesundheitswissenschaften“ synonym verwendet.

 

Public Health Definitionen

Die WHO (1952) definiert es als „Wissenschaft und Praxis der Krankheitsverhütung, Lebensverlängerung und der Föderung psychischen und physischen Wohlbefindens durch gemeindebezogene Maßnahmen.

 

Nach Schwartz (1998): „Analyse, Bewertung und Organisation von Gesundheitsproblemen in der Bevölkerung und ihrer Verhinderung beziehungsweise Bekämpfung mit angemessenen, wirksamen und ökonomisch vertretbaren Mitteln.“

 

Nach Haisch, Weitkunat & Wildner (1999):  „Wissenschaft und Praxis der Krankheitsverhütung, Lebensverlängerung und Gesundheitsförderung durch organisierte, gemeindebezogene Maßnahmen; ein interdisziplinäres Gebiet, das sich mit Gesundheit und ihren Determinanten befaßt.“

 

Nach Flick (2002): „Public Health ist die Theorie und Praxis der auf Gruppen bzw. Bevölkerungen bezogenen Maßnahmen und Strategien der Verminderung von erkrankungs- und Sterbewahrscheinlichkeiten durch überwiegend nicht-medizinische Interventionen zur Senkung von Gesundheitsbelastungen und zur Stärkung bzw. Vermehrung von Gesundheitsressourcen.“

 

Nach Beaglehole et al. (2004): „Public Health is „collective action for sustained population-wide health improvement“.

Die Entwicklung von Public Health

Public Health erlebte nach dem fast vollständigen verschwinden in den 30er und 40er Jahren unter der politischen Ideologie der „Sozialhygiene“ und den Nachkriegsjahren des zweiten Weltkrieges eine neue Renaissance in Deutschland und Österreich. Viel mehr ist es aber New Public Health (auch bekannt unter Public Health II) und nicht Public Health (Public Health I) das wieder aufgetaucht ist.

 

Old & New Public Health im Vergleich

(Quelle: http://www.mutzumhandeln.de/downloads/publichealthineuropa.pdf)

Das neue Public Health begründet sich dabei auf den Erfolgen der eigentlichen Public Health Aktivitäten (Hygienetechnik, Immunisierung, Umweltschutz, bevölkerungsweite Krankenversicherung und Sicherheit am Arbeitsplatz als Garantien für die Minimierung und Beseitigung der offensichtlichen Bedrohungen für die Lebenserwartung und Gesundheit).

New Public Health hat aber auch erkannt, dass Krankheiten und sonstige Beeinträchtigungen des Lebens durch eine Vielzahl von Ursachen (Determinaten) beeinflußt wird. Ausgehend von Robert Kochs Postulaten war es aber in der Vergangenheit so, dass ein bestimmtes Agen (bakteriell) für eine bestimmte Erkrankung verantwortlich war. Heute wissen wir, dass eigentlich alle Krankheiten und Behinderungen – einschließlich der infektiösen – wenige oder gar keine - unerlässlichen Komponenten und potentiell viele Ursachen haben kann. Mittlerweile wurde das zuvor besprochene „einzelne“ Ursachenmodell durch das „Multiple Risikofaktoren-Konzept“ ersetzt.

Determiantenmodell

Abbildung 1: Determinatenmodell (Quelle: Reis-Klingspiegl, Folie 3, 2010)

Somit ist die menschliche Gesundheit von einem Bündel an Faktoren abhängig: Vererbung, Diät, Sucht, physikalsiche und chemische Umwelt, Gesundheitsversorgung, soziale Unterstützung und Einbindung, psychosozialer Stress, sozioökonomischer Hintergrund sowie die Wechselwirkungen durch die einzelnen Faktoren untereinander (Brenner, 1997). Eine graphische Übersicht bietet das Determinantenmodell.

Der Gesundheitszustand ist somit von einer Vielzahl von Faktoren abhängig (siehe Abbildung Gesundheitszustand).

Gesundheitszustand

Abbildung 2: Gesundheitszustand (Quelle: Reis-Klingspiegl, Folie 6, 2010)

Es ist daher eine Aufgabe von Public Health sich mit den heutigen Gesundheitssystem zu beschäftigen und die Gründe dafür zu finden, warum trotz steigender Kosten kaum gesellschaftliche Gesundheitsgewinne verzeichnet werden. Der demografische Wandel erfordert ein frühes Einsetzen von Interventionen der Prävention und der Gesundheitsförderung, sowie ein abgestuftes Versorgungssystem.

Literaturverzeichnis

Beaglehole, R., Bonita, R., Horton, R., Adams, O. & McKee (2004) Public Health in the new era: improving health through collective action. The Lancet 363, 2084-2086.

Brenner, H.. (2003). Geleitwort. In F. W. Schwartz et al. (Hrsg.) Das Public Health Buch – Gesundheit und Gesundheitswesen(S. 339 ff). 2. Auflage. München: Urban & Fischer.

Flick, U.( 2002). Innovation durch New Public Health. Göttingen:Hofgrefe.

Haisch, J., Weitkunat, R. & Wildner, M. (1999) Wörterbuch Public Health. Bern: Hans Huber.

Reis-Klingstpiegl K. (2009) Grundlagen der Gesundheitsförderung. Graz: Vortrag am ULG Public Health.

Schwartz F. W (1998). Unbekannter Titel. In B. Badura, R. Leidl, H. Raspe & J. Siegrist (Hrsg.): Das Public-Health-Buch. Gesundheit und Gesundheitswesen. München: Urban & Schwarzenberg.

Letzte Änderung am 20/11/2015

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