Mittwoch, 19 November 2014 00:00

Der Mythos Lebensstil

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Laufend sind wir durch unsere Umwelt mit Tipps konfrontiert, wie ein langes Leben und viel Gesundheit zu erreichen sind.

Wer kennt Sie nicht die passende Lebensformel: "Gesunde Ernährung, reichlich Sport, kaum Stress und regelmäßig beim Arzt vorstellig werden." Würden wir uns an das halten, so steht einem langen Leben nichts mehr im Wege.

Keine Frage, durch unser individuelles Verhalten beeinflussen wir aktiv unseren Gesundheitszustand. Je mehr Risiken wir eingehen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, einen Schaden davon zu tragen. In der Finanzwelt ist es schließlich auch nicht anders.

 

Gesellschaftliche Faktoren

Leider viel zu oft wird nicht nur der genetische Einfluss auf den Menschen, sondern auch der Lebensstil in seiner Wirkung maßlos überschätzt. Umfangreiche Studien im Bereich der Sozialmedizin haben herausgefunden, dass der Lebensstil die vermeidbare Sterblichkeit eines Menschen nur zu 10 Prozent beeinflusst. Wesentlich wichtiger sind die auf den Körper einwirkenden gesellschaftlichen Faktoren. Dazu zählen vor allem das persönliche Einkommen, der Bildungsstand, die Zufriedenheit mit dem Arbeitsplatz und der eigenen Wohnsituation und das soziale Netzwerk. Sind diese Dinge stark ausgeprägt und vorhandener Stress kann gut bewältigt (abgebaut) werden, so treten nachweislich seltener Erkrankungen auf.Glück und Zufriedenheit als Garant für Gesundheit

Die Politik setzt vornehmlich auf die Eigenverantwortung (Gesundheitskompetenz), denn jeder kann seinen Teil dazu beitragen, fit zu bleiben. Außer Acht gelassen wird hierbei, dass nicht immer alles so einfach ist, wie wir es gerne hätten und es durchaus noch andere Einflussfaktoren gibt. Die vorhandenen Einflussfaktoren wirken auch nicht bei jeder Person gleich - abhängig ist das vor allem von der jeweiligen Lebensrealität (Lebenssituation).

Ein Beispiel soll das nun verdeutlichen: Bei gleichem Tabakkonsum versterben Raucher mit einem geringeren Einkommen früher als Raucher mit einem hohen Einkommen. Wohl gemerkt, der Rauchkonsum ist gleich! Woran kann das liegen? Möglicherweise lebt der Raucher aufgrund seines geringen Einkommens an einer stark befahrenen Straße und atmet dadurch noch mehr Feinstaub ein. Die Vergleichsperson wiederum ist im oberen Management tätig und hat ein kleines Häuschen am Lande, fern ab des Verkehrs.

Selbst das Immunsystem kann durch unsere gesellschaftliche Stellung beeinflusst werden. Aktive Freundschaften (außerhalb von Facebook) und viele soziale Kontakte aktivieren und stärken somit das Immunsystem. Glück und Zufriedenheit bringen somit auch eine gewisse Gesundheit mit sich. Ständiges Selbstmitleid und Isolation wiederum wirken negativ.

Wissenschaftler haben einen weiteren wichtigen Einflussfaktor analysiert - es die Postleitzahl! Menschen die in den Bezirken leben, die als wohlhabender eingestuft werden, leben länger als Personen in den ärmeren Bezirken. Die Gründe dafür ergeben sich hierbei aber wiederum aus den bereits oben genannten Gründen (Einkommen, Stellung usw.).

Initiativen die sich für mehr Sport oder den gesunden Apfel einsetzen sind zwar lobenswert aber nicht Ihre Freikarte zu einem längeren Leben. Wenn Sie sich daran beteiligen, so wird es nicht Ihr Nachteil sein, jedoch auch kein übermässiger Gewinn. Derartige Initiativen müssen gleichsam die Lebensumstände verbessern. Das können diese aber aufgrund der komplexen Anforderungen nur sehr sehr selten!

Es muss somit im Interesse einer jeden einzelnen Person liegen, die eigene Lebenssituation und die der Familie nachhaltig zu verbessern. Ein Bio-Apfel kann das leider nicht für Sie übernehmen.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich Ihnen auch gleich einen anderen Artikel von mir empfehlen:  "Das normale Streben nach ewiger Gesundheit". Sie werden diesen auch sicher sehr interessant finden.

Quelle: Becker, MM. (2014). Mythos Vorbeugung. Warum Gesundheit sich nicht verordnen lässt und Ungleichheit krank macht. & DerStandard - Was der Einzelne für seine Gesundheit kann (9.11.2014).

Letzte Änderung am Samstag, 24 Januar 2015 08:04

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