16/12/2012

Kostenlos aber trotzdem teuer – Android-Apps verraten ihre privaten Daten

In Diskussionen über die Suche nach Gesundheitsinformationen im Internet höre ich immer wieder, dass viele von der eigenen Suche abgeschreckt werden, weil Sie nicht wissen, wie Sie beispielsweise mögliche Abzocken oder Abo-Fallen vermeiden können. Ich möchte heute aber trotzdem weniger auf die möglichen Abo-Fallen oder kostenpflichtigen Informationsangebote eingehen. Viel mehr möchte ich darauf hinweisen, welchen persönlichen Preis wir für unsere Sparsamkeit zahlen. Die meisten Österreich haben vermutlich zumindest ein Smartphone in der Familie. Viele Apps sind kostenlos und werden daher ohne langes Überlegen installiert und getestet. Über die Hälfte dieser Anwendungen/Applikationen sammeln aber Daten des Nutzers und geben sie an Dritte weiter.

 

Wie sieht es nun genau aus mit diesem Datendiebstahl, der eigentlich keiner ist, da wir der Weitergabe ja bewusst oder doch eher unbewusst zustimmen. Das Magazin PCWELT® hat dazu einen interessanten Artikel verfasst, diesen werde ich hier kurz zusammenfassen.

 

Über den Android-Market / Google Play wurden bereits über 7,8 Milliarden Mal Apps heruntergeladen. PCWelt hat sich mehr als 100 davon angesehen und kontrolliert, wer davon private Daten abfragt und sie dann im Hintergrund übermittelt. 56 dieser besagten Apps entpuppten sich als Datensammler. Was aber machen die Programmierer mit unseren persönlichen Daten?

 

Wir beziehen diese Apps kostenlos über den Store. Der Entwickler selbst finanziert sich dann wiederum über In-App-Werbung. Im Gegensatz dazu verzichten kostenpflichtige Apps auf jegliche Werbeeinschaltungen. Wer sich Apps auf sein Handy installiert, der sollte sich im Klaren sein, dass er ausspioniert werden könnte. Zahlreiche Studien haben dies mittlerweile bestätigt!! Übermittelt werden Gerätekennungen (International Mobile Station Identity - IMEI), Standortdaten aber auch Netzwerk- und Providerdaten und sogar das Geschlecht und Alter des Besitzers oder unsere Kontakte.

Vermutlich kennen Sie diese Sammellust bereits von Anwendungen auf Ihrem PC. Hier werden Sie aber vielfach von seriösen Anbietern gefragt, ob anonymisierte Daten zur Verbesserung der Software übermittelt werden können. Die Apps am Mobiltelefon sind hier offener und verschicken Ihre Daten recht großzügig. Die App-Hersteller lassen das Nutzerverhalten über Analyseunternehmen, beispielsweise Flury®, auswerten. Die Werbeindustrie zeigt reges Interesse an derartigen Daten. Beispielsweise sammelt Google® Daten für seinen eigenen Dienst AdMob®. Auf diese Weise kann Google seinen Werbekunden eine zielgruppenorientierte Platzierung der Werbeinhalte anbieten.

 

Welche Apps zu den eher unsicheren zählen, können Sie auf der Seite von PCWELT.de nachlesen.

Ich habe selber im Market Store ein bekanntes App herausgesucht und zeige Ihnen nun, welche Berechtigungen Sie diesem App geben. Raten Sie einmal, um welches App es sich handelt. Ein Tipp, sehr viele Menschen nützen dieses Service und das dazugehörige App.

 

Erteilte Berechtigungen 

Diese App kann auf Folgendes zugreifen:

  • Ihre Konten

Kontoliste verwalten

Ermöglicht der App, Konten hinzuzufügen und zu entfernen oder deren Passwörter zu löschen

Als Kontoauthentifizierer fungieren

Ermöglicht der App, die Kontoauthentifizierungsfunktionen des Konto-Managers zu verwenden, einschließlich der Funktionen zum Erstellen von Konten sowie zum Abrufen und Festlegen der entsprechenden Passwörter

Informationen zur Authentifizierung eines Kontos verwenden

Ermöglicht der App, Authentifizierungs-Tokens anzufordern

 

  • Standort

Genauer (GPS-) Standort

Ermöglicht Zugriff auf genaue Standortquellen wie GPS auf dem Tablet (falls verfügbar). Schädliche Apps können damit bestimmen, wo Sie sich befinden, und Ihren Akku zusätzlich belasten. Ermöglicht Zugriff auf genaue Standortquellen wie GPS auf dem Telefon (falls verfügbar). Schädliche Apps können damit bestimmen, wo Sie sich befinden, und Ihren Akku zusätzlich belasten.

 

  • Netzkommunikation

Uneingeschränkter Internetzugriff

Ermöglicht der App, Netzwerk-Sockets einzurichten

 

  • Ihre persönlichen Daten

Kontaktdaten lesen

Ermöglicht der App, alle auf Ihrem Tablet gespeicherten Kontaktdaten (Adressen) zu lesen. Schädliche Apps können so Ihre Daten an andere senden. Ermöglicht der App, alle auf Ihrem Telefon gespeicherten Kontaktdaten (Adressen) zu lesen. Schädliche Apps können so Ihre Daten an andere senden.

Kontaktdaten schreiben

Ermöglicht der App, die auf Ihrem Tablet gespeicherten Kontaktdaten (Adressen) zu ändern. Schädliche Apps können so Ihre Kontaktdaten löschen oder ändern. Ermöglicht der App, die auf Ihrem Telefon gespeicherten Kontaktdaten (Adressen) zu ändern. Schädliche Apps können so Ihre Kontaktdaten löschen oder ändern.

 

  • Speicher

Inhalt des USB-Speichers und der SD-Karte ändern/löschen

Ermöglicht der App das Schreiben in den USB-Speicher und auf die SD-Karte

 

  • System-Tools

Synchronisierungseinstellungen erstellen

Ermöglicht einer App, die Synchronisierungseinstellungen zu ändern, etwa um festzulegen, ob die Synchronisierung für Kontakte aktiviert ist

Ruhezustand des Tablets deaktivieren Ruhezustand des Telefons deaktivieren

Ermöglicht der App, den Ruhezustand des Tablets zu deaktivieren. Ermöglicht der App, den Ruhezustand des Telefons zu deaktivieren.

 

Es handelt sich um das kostenlose Twitter® - App (Google Play, 2012). Aktueller Downloadstand: 659.528

 twitter

Quelle: https://play.google.com

 

Welche Daten werden nun wirklich verraten?

Vermutlich spielt es für Sie auf den ersten Blick keine allzu große Rolle, dass jemand weiß, welches Handy Sie benutzen oder wer Ihr Mobilfunkbetreiber ist, aber ausschlaggebend ist, wer diese Datensätze zu welchem Zweck einsetzt. Wenn es sich um ein seriöses Werbenetz handelt, so werden Sie in Zukunft personalisierte Werbung erhalten und somit öfter in Versuchung geführt, etwas zu kaufen.

 

Bedenken Sie aber, dass es die Summe der gesammelten Daten ausmacht. Besonders interessant wird es, wenn es gelingt, mehrere Datensätze zu vereinen. Es kann also sein, dass persönliche Informationen einem Smartphone zugewiesen werden können. Auf diese Weise lässt sich dann ein Nutzerprofil erstellen. Im Hintergrund wissen die Datensammler dann, welche Einkaufsgewohnheiten Sie haben, wo Sie sich aufhalten und was Sie im Internet interessiert.

 

Wollen Sie das?

Achten Sie auch bei der Nutzung von Social-Media-Anwendungen, welche Daten Sie unbewusst über sich ins Internet stellen. Viele dieser Daten können Sie nie wieder löschen oder andere Personen haben diese Daten bereits über Sie in einer Datenbank gespeichert. Vor allem in Facebook neigt man dazu, mehr über sich zu verraten, als man sollte.

Seien Sie daher bitte vorsichtig und überlegen Sie sich vorher, ob jedes App auch wirklich die Aufgabe der Privatsphäre Wert ist.

 

Vernetzen Sie sich mit mir auch auf FacebookTwitter und Xing! 

 

Literaturquelle:

Supguth C. (2012). Datendiebstahl über Android-Apps. Datenklau – Wie Android-Apps Ihre privaten Daten verraten. www.pcwelt.de

Google Play (2012). https://play.google.com

Letzte Änderung am 29/06/2014

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