11/05/2013

Gesundheitsmythen auf der Spur

Nachdem ich mich gerade auf meinen morgigen Vortrag über Gesundheitsmythen vorbereite, greife ich dieses Thema für einen kurzen Blogbeitrag auf. Bei den Gesundheitsmythen handelt es sich vielfach um ein Wissen, dass nicht unbedingt dem aktuellen wissenschaftlichen Stand entspricht. Möglichweise war es einmal aktuell – heute trägt es aber vielfach zur Verwirrung bei. Wir, die über eine ausreichende Gesundheitskompetenz verfügen wollen und sollten, entlarven heute drei häufige Gesundheitsmythen und bleiben weiterhin kritisch.

 

Der Light-Produkte Mythos – Sie helfen uns beim Abnehmen.

 

Ein Light-Produkt unterscheidet sich vom Originalprodukt durch seinen reduzierten Fett- oder Zuckergehalt. Enthaltene Fette sind aber zumeist für den Geschmack verantwortlich, wurden aber reduziert, damit der Nährwertgehalt geringer ist. Wie kann ich trotzdem den Geschmack erhalten und den Kunden glücklich machen? Wir verändern die Zutaten! Fette werden durch Wasser ersetzt und Zucker durch Süßstoffe. Zudem bedient man sich vieler Geschmacksverstärker und anderer künstlicher Zusatzstoffe. Damit das Sättigungsgefühl eintritt, werden einige Zusatzstoffe mit Stickstoff aufgeschäumt. Stiftung-Warentest schreibt, dass einige Light-Produkte mehr Kalorien besitzen als ihre Originale. Hilft uns ein Light-Produkt bei der Gewichtsreduktion? Experten bezweifeln es.

Zwar enthalten diese Produkte zumeist weniger Zucker oder Fette, trotzdem kann das angestrebte Ziel damit nur schwer erreicht werden. Ein Test mit Ratten (Purdue University / USA) zeigte, dass eine generelle fett- und kalorienarme Ernährung für die Gewichtsabnahme besser ist als ein Produkt mit Fettersatzstoffen. Die Hauptautorin der Studie, Susan Swithers, erklärt, offenbar stört der Fettersatz die Fähigkeit des Körpers, die anstehende Nahrungsaufnahme richtig zu regulieren.

Die vorhandenen Süßstoffe täuschen dem Körper zudem vor, dass energiereiche Nahrung zugeführt wird. Tritt dieser Fall aber nicht ein, so reagiert laut Hirnforscher Achim Peters das Gehirn und fordert mittels Hungergefühl mehr Nahrung an. Dieser Überschluss wird im Körper abgelagert, er äußert sich dann als weiterer Hüftring. Heute schon ein Cola-Light probiert?

 

Der Cellulite-Mythos – Wir können vorbeugen.

 

Zuerst einmal es heißt nicht Cellulitis, auch wenn es fast überall so falsch zu finden ist. Die Endung „–itis“ weißt immer auf einen entzündlichen Prozess hin. Cellulitis ist somit eine Entzündung des Bindehautgewebes. Cellulite wiederum eine nicht entzündliche Veränderung des subkutanen (unter der Haut) Fettgewebes im Oberschenkel- oder Gesäßbereich. Hauptsächlich sind Frauen von der dellenförmigen Hautoberfläche („Orangenhaut“) betroffen, denn Männer weisen eine maskulinere Struktur auf. Das Ziel dieses Beitrages ist aber nicht, sie über medizinische Dinge aufzuklären, sondern sie darauf aufmerksam zu machen, dass es keine Cremchen gibt, die wirksam etwas dagegen machen können. Wie beschrieben fehlt vielen Frauen die maskuline Struktur, diese kann keine Creme oder Paste bereitstellen, sondern nur Sport und die richtige Ernährung. Sparen sie daher das Geld und den Weg in das Geschäft und machen lieber einen ausgedehnten Spaziergang oder gehen einmal probeweise in ein Fitnessstudio.

 

Der Vitamin C- Mythos.

 

Auch wenn es der zweifache Nobelpreisträger Linus Pauling in den 70er Jahren gepredigt hat, bis heute konnte nicht bestätigt werden, dass Vitamin C erfolgreich vor Erkrankungen schützt. Das Vitamin C (Ascorbinsäure) galt somit lange als Stärker des Immunsystems. Es kann zwar dazu beitragen, dass die Dauer der Erkältung kürzer wird (University of Washington), aber es kann eine Infektion oder den Ausbruch einer Erkrankung nicht verhindern. Kaufen sie daher im Falle einer Erkrankung nicht alle Präparate in der Apotheke die im Entferntesten etwas mit Vitamin C zu tun haben. Frisches Obst und eine ausgewogene Ernährung reichen in den meisten Fällen. Der Körper benötigt das Vitamin aber trotzdem, da er es für ein funktionierendes Immunsystem notwendig ist und zudem damit aggressive chemische Substanzen (freie Radikale) umwandelt werden können.

 

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Quelle:

www.Stiftung-Warentest.de

www.wdr.de

Letzte Änderung am 29/06/2014

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