23/09/2013

Die Blutabnahme beim Arzt – ein kurzer Einblick

Haben Sie sich nicht irgendwann schon einmal die Frage gestellt, warum bei einem Arztbesuch so viele unterschiedliche Röhrchen abgenommen werden? Einmal sind es violette und blaue Röhrchen, dann wiederum nimmt der Arzt ein größeres rotes Röhrchen.

 

Vor allem – wie kann daraus eine wichtige Information gewonnen werden und warum reicht nicht einfach ein Röhrchen?

 

Im Rahmen der Stärkung Ihrer Gesundheitskompetenz ist es meiner Meinung nach wichtig, dass Sie wissen, was in Ihrem Körper passiert und wie erkannt werden kann, dass etwas nicht stimmt.

 

Sie sind vermutlich die erste Person die merkt, dass etwas nicht so ist, wie es sein sollte. Außer, Sie nehmen beispielsweise an einem Screening teil, denn hier wird versucht, Krankheiten bereits vor den ersten Symptomen zu erkennen. Treten nun die ersten Symptome (vereinfacht - offensichtliche Zeichen einer Erkrankung) auf, so reagieren Sie darauf und bemühen sich um eine Verbesserung. Menschen mit geringer Gesundheitskompetenz ignorieren derartige Warnsignale des Körpers oft länger und verschlimmern so den eigenen Gesundheitszustand.

 

Sind Sie nun der Meinung, dass etwas nicht in Ordnung ist, so suchen Sie den Arzt Ihres Vertrauens auf. Vermutlich beginnt er das Gespräch mit einer Anamnese, das heißt, er hört sich Ihre Geschichte an und leitet daraus erste Vermutungen (erster Schritt zur Diagnose) ab. Danach schließt eine körperliche Untersuchung an.

 

Im Bedarfsfall kommt es zu einer Blutuntersuchung. Nachdem nur die wenigsten (praktischen) Ärzte über die dafür notwendige Ausrüstung zur Analyse der Blutproben verfügen, werden die Blutproben in geeignete Laboratorien/Laborgemeinschaften geschickt. Das ist auch der Grund, warum teilweise auf die Ergebnisse länger gewartet werden muss.

 

Warum aber müssen immer so viele Röhrchen abgenommen werden?

Gleich eines vorweg, es erscheint nur, als würde Ihnen hier viel Blut abgenommen werden.

 

Ein Vergleich: Es werden Ihnen beispielsweise 4 unterschiedliche Röhrchen abgenommen – ein großes grünes, ein großes rotes, ein kleines blaues und schließlich noch ein violettes Röhrchen. Das sind ungefähr 24 ml (8+8+4+4ml). Beim Blutspenden werden ca. 450ml abgenommen. Es sind somit weit unter 10 Prozent – eher schon 5 Prozent! Es war somit keine große Menge, nur viele Röhrchen (Anmerkung – „viel“ fängt für mich bei 10 Röhrchen an).

 

Warum reicht aber nicht ein einziges Röhrchen?

Weil unterschiedliche Untersuchungen unterschiedliche Ausgangsmaterialien benötigen. Aus dem violetten Röhrchen werden beispielsweise die zellulären Bestandteile des Blutes (Blutbild) bestimmt. Dazu zählen die Erythrozyten (rote Reihe), Leukozyten (weiße Reihe) und Thrombozyten (Plättchen). Welche Funktion diese im Körper haben, darauf werde ich in einem der nächsten Beiträge eingehen. Aus dem blauen Röhrchen kann die Gerinnung (Hämostase – plasmatische Gerinnung) bestimmt werden. Wieder vereinfacht ausgedrückt - wie schnell kann der Körper einen ungewollten Blutaustritt verhindern und eine Verletzung/Wunde verschließen. Hierbei handelt es sich um einen lebenswichtigen Prozess. Dieser Prozess läuft im Körper unter Mitwirkung der Thrombozyten ab.

 

Grundsätzlich sollte es so sein, dass die Gerinnung funktioniert – in besonderen Fällen aber, wird den Patienten aber ein Wirkstoff verabreicht, der dafür sorgt, dass die Gerinnung nicht so schnell zustande kommt. Landläufig ausgedrückt – das Blut wird absichtlich verdünnt. Das dient der Vermeidung von Thrombosen. Bekannte Medikamente sind Thrombo Ass® oder Marcumar®.

 

Aus dem roten und grünen Röhrchen können teilweise die gleichen Bestimmungen durchgeführt werden. Sie unterscheiden sich aber in einem wesentlichen Punkt – in einem Röhrchen hat die Gerinnung bereits eingesetzt (rot – die Gerinnungsfaktoren sind verbraucht) und im anderen (grün) wurde die Gerinnung aufgrund eines Lithium-Heparin-Zusatzes erfolgreich verhindert. Bestimmt werden daraus Werte, die beispielweise über die Nieren-, Herz- oder Leberfunktion Auskunft geben oder den Zuckerspiegel anzeigen.

 

Ob Sie vor der Blutabnahme nüchtern sein müssen, das hängt von der nachfolgenden Untersuchung ab. In den meisten Fällen müssen Sie nicht nüchtern zur Blutabnahme erscheinen. Nüchtern bezieht sich nicht (nur) auf einen vorherigen Alkoholgenuss sondern auf die Einnahme einer festen Mahlzeit.

 

Hinweis zum Text: Von meiner Ausbildung her bin ich auch Biomedizinischer Analytiker und führe Blutanalysen in Eigenverantwortung durch.

 

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Letzte Änderung am 30/10/2015

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