04/03/2014

Mein Hausarzt, meine Hausärztin – ein Auslaufmodell?

Mit unseren großen und kleinen Wehwehchen wenden wir uns vielfach an unseren Hausarzt oder unsere Hausärztin. Er / Sie ist die erste Ansprechperson, wenn wir Lösungen bzgl. unserer Gesundheit erwarten. Mit Hilfe unseres bereits selbst erworbenen gesundheitsrelevanten Wissens, nehmen wir viele tägliche kleine Probleme natürlich selbst in Angriff, manchmal muss aber doch ein Experte oder eine Expertin aushelfen.

 

Die Ansprechperson des Vertrauens kennt uns und wir kennen sie oder ihn. Gelegentlich müssen wir zwar ein bißchen warten bis wir an der Reihe sind, aber das nehmen wir gerne in Kauf, wenn es um unsere Gesundheit geht.

 

In einem der früheren Blogbeiträge bin ich bereits auf die Fragestellung eingegangen, ob unser jetziger Hausarzt, unsere jetzige Hausärztin auch wirklich der/die Richtige für uns ist. Heute sehen wir uns einmal die andere Seite dieser Problematik an.

 

Wollen MedizinerInnen überhaupt noch HausärztInnen werden?

Früher war es zumeist der Herr Doktor, der überall Ansehen und Respekt erfahren hat. Für die ältere Generation hat sich daran nichts geändert. Jüngere jedoch sehen im Hausarzt, in der Hausärztin oft nur noch Dienstleister die die Arbeit machen und uns, wenn nötig, krank schreiben. Zur Erinnerung noch einmal der Unterschied zwischen Public Health ExpertInnen und MedizinerInnen. ExpertInnen aus dem Public Health Bereich haben vor allem die Verbesserung der Situation für die Gesamtbevölkerung im Auge. Ihnen ist wichtig das gesamte Gesundheitssystem freundlicher und effizienter zu gestalten um eine gewisse Nachhaltigkeit zu erreichen. MedizinerInnen, wie beispielsweise HausärztInnen, legen das Hauptinteresse in die Einzelperson.

 

Die Situation für die Hausärzte wird aber immer schwieriger, denn Kassenverträge sind nicht einfach zu bekommen, die Bezahlung im Vergleich zur Arbeit und Verantwortung bescheiden und auch das Ansehen für diesen Berufszweig ist gesunken.

 

Selbst die Ausbildung zum Allgemeinmediziner, Allgemeinmedizinerin ist in Österreich ein Sonderfall. In vielen anderen Ländern müssen die angehenden Hausärzte eine gewisse Zeit in den Arztpraxen ein Praktikum ableisten, um dann gut auf die neuen Herausforderungen vorbereitet zu sein. Erst seit kurzem gibt es überhaupt die Möglichkeit, praxisrelevantes Wissen außerhalb eines Krankenhauses und der Universität zu sammeln. Seit 2007 bietet die Medizinische Universität den angehenden Ärzten und Ärztinnen diese Möglichkeit an.

 

Nicht nur wir PatientInnen brauchen gut ausgebildete AllgemeinmedizinerInnen, auch das Gesundheitssystem ist auf diese Allrounder angewiesen. Hier schließt sich der Kreis wieder. Ein Mediziner, eine Medizinerin mit Public Health Ausbildung kennt die komplexen Zusammenhänge im Gesundheitssystem, kann den Patienten oder die Patientin leiten und ein optimales Angebot ohne Über-, Unter- oder Fehlversorgung gewährleisten.

 

Würden es zu wenig oder gar keine HausärztInnen mehr geben, so würden alle Personen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen die Spitalsambulanzen stürmen. Die Folge wäre nicht nur eine totale Überforderung der Krankenhäuser, sondern auch eine enorme Kostenexplosion.

 

Die Ausbildung zum/zur AllgemeinmedizinerIn dauert mindestens 9 Jahre (6 Jahre Studium an einer Medizinischen Universität und drei Jahre Turnus). Das Public Health Studium in Graz dauert vier Semester und schließt mit dem „Master of Public Health“ ab, setzt aber natürlich ein anderes Studium voraus (postgradual). Medizin und Public Health ist sicher eine Kombiantion mit Zukunft-aus PatientInnesicht wie auch auf Systemebene.

 

Im Herbst 2014 startet wieder ein neuer Lehrgang und falls Sie daran Interesse haben, so empfehle ich einen Blick auf die Homepage. Auf dieser finden sich nicht nur Hinweise auf aktuelle Veranstaltungen sondern eine vollständige Liste aller Masterthesen sowie eine interessante Link-Sammlung und Literatur Sammlung zum Thema.

 

Hinweis: Dieser Beitrag wurde in Zusammenarbeit mit einer Gastautorin geschrieben.

 

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Letzte Änderung am 29/06/2014

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