Montag, 23 Mai 2016 07:10

Krankheiten auf der Spur

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Nur wenigen Menschen in der Steiermark ist die an der medizinischen Universität angesiedelte Biobank Graz bekannt. Verwunderlich, da sie doch zu den führenden Einrichtungen Europas gehört und somit weit über die Ländergrenzen hinweg bekannt ist.

Was ist aber eine Biobank und welche Aufgaben hat eine derartige Einrichtung? Biobanken beherbergen eine Vielzahl von biologischen Proben von Spendern, die dazu freiwillig ihre mündliche und schriftliche Zustimmung gegeben haben. Das an sich macht die Proben noch nicht interessant oder wertvoll. Das Besondere dabei sind die an die Proben gekoppelten (klinischen) Daten in einer strukturierten und analysierbaren Weise. Die anonymisierten Proben menschlichen Ursprungs umfassen hierbei Gewebeproben, Blutderivate und andere Körperflüssigkeiten wie beispielsweise Harn oder Speichel. Anonymisiert heißt, dass zwar eine Verbindung zwischen Probe und Krankheitsverlauf besteht, jedoch keine Daten zu finden sind, die auf den jeweiligen Spender schließen lassen.

Für die medizinische Forschung sind diese Proben sehr kostbar, denn sollte ein Forschungsvorhaben anstehen, so müssen die Proben nicht erst gesammelt werden, sondern Sie stehen den Forschern bereits am Beginn ihres Vorhabens zusammen mit den damit verknüpften genetischen oder auch gesundheits- und lebensstilbezogenen Informationen zur Verfügung.

Durch die Vielzahl an Proben und Informationen können dann beispielsweise Krankheitsverläufe oder der Einfluss von Umwelteinflüssen besser erforscht werden. Das große Ziel ist es, auf Basis der neuen Erkenntnisse über die Entstehung und den Verlauf von Krankheiten innovative Ansätze oder noch effektivere Präventionsmaßnahmen zu etablieren.

Bevor jedoch Biobanken Zugriff auf diese Proben bekommen, wird jedem möglichen Spender das Recht eingeräumt, nach eigenem Willen zu entscheiden, ob seine Proben gesammelt werden dürfen. Im Zuge des Aufklärungsgespräches wird der Spender darüber aufgeklärt, was eine Biobank ist, warum gesammelt wird, was mit der Probe passiert und welche Auswirkungen sich durch mögliche Auswertungsergebnisse für den Spender in Zukunft ergeben könnten. Stimmt der Spender zu, so unterschreibt dieser am Ende eine Einverständniserklärung (informed consent), diese kann jederzeit ohne Nennung von Gründen wiederrufen werden. Für die Patienten entstehen durch die Einwilligung weder Kosten noch sonstige Nachteile, da die Probengewinnung immer mit einem Routineeingriff verbunden ist.

In Graz wird bereits seit Anfang des 19 Jahrhunderts gesammelt. Damals wurde per Dekret festgelegt, dass Ärzte die Pflicht hatten, alle interessanten Präparate an die damaligen „Cabinette“ zu schicken. Heute werden am LKH-Universitätsklinikum Graz rund 1,2 Millionen diagnostische und therapeutische Interventionen an über 380.000 ambulanten und mehr als 80.000 stationären Patienten pro Jahr vorgenommen. Für die am LKH Gelände ansässige gemeinnützige Biobank Graz ergeben sich somit optimale Voraussetzungen für den weiteren Auf- und Ausbau. Der aktuelle Lagerbestand umfasst mittlerweile 12 Millionen Schnitte und mehr als 500.000 Blutproben.

Weitere Informationen zur Biobank Graz sind im Internet unter XXX zu finden oder Sie nützen die Möglichkeit, und besuchen die Biobank Graz in der jährlich stattfindenden „Langen Nacht der Forschung“ selbst.

Letzte Änderung am Mittwoch, 05 Juli 2017 18:50

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